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Zeugschmied

Auch
Neberschmied, Nebiger, Zirkeler, Zirkelschmied

Zeugschmiede haben Handwerkszeuge und Gebrauchsgegenstände aller Art hergestellt. Zu ihnen gehörten Kessler (oder Beckenschläger) und Kesselflicker, die Kessel und Becken fertigten oder reparierten. Der Buthelor als Nagelschmied, der Dengler (oder Happenmacher) als Hersteller von Sensen und Sicheln, Feilen-, Hammer- und Hufschmiede. Nadler und Heftelmacher, der Nebiger (Bohrerschmied) und die Messer-, Pflug-, Pfannen-, Zangen- und Zirkelschmiede.

Ein Meister durfte 2 Gesellen und 1 Lehrling beschäftigen. Nach 3 bis 5 Jahren Lehre waren eine ebenso lange Wanderzeit und ein Meisterstück gefordert. Ab 1766 war der Zeichenzwang zu beachten, aus dem sich später das Markenzeichenwesen entwickelte.

Die Tätigkeit der Zirkelschmiede forderte beim Ausschmieden grosse Geschicklichkeit. Im Gesenk wurden Teile geschmiedet, Bohrer beim Schmieden gewunden, Zähne mit einer Dreikantfeile geformt oder mit Hammer und Meissel ausgeschlagen. Der Stahl wurde in Regenwasser oder Öl gehärtet und endlich am Amboss blank geschliffen. Die Färbung entstand durch Erwärmen bis zur Anlauffarbe, Ätzen oder durch Lackieren mit Öl. Im 19. Jahrhundert wurde die handwerkliche Arbeit durch den Einsatz von Werkzeugmaschinen in der Fabrikproduktion verdrängt.

Ziegler

Auch
Pfannenbäcker, Tegeler, Ziegelbrenner.

Die mit Stroh oder Schindeln gedeckten Holz- und Fachwerkhäuser der mittelalterlichen Städte waren sehr feueranfällig. So begann im 15. Jahrhundert der Einsatz von Backsteinen und Dachziegeln.

Der Ziegler war durch seine Arbeit mit dem Töpfer verwandt: Lehm wurde in eine hölzerne Kastenform gedrückt, der ausgeformte Kuchen oder Rohling wurde im Hagen abgelegt, war von oben durch ein Strohdach geschützt und für die Trocknung verblieb zwischen den Steinen genügend Raum zur Luftzirkulation. Auch der Dachziegelformer konnte seine Arbeit mit einfachen Geräten erledigen: Formtisch, Bock in Ziegelform und Kelle zur Aufnahme der Tonmasse. Die Rohziegel wurden an der Luft getrocknet und vom Dachdecker auf die Dächer gebracht.

Ziegler übten ihren Beruf meist als Wanderarbeiter aus und stellten Backsteine in der Nähe einer Lehmgrube im Feldbrandverfahren her. Dabei wurden die vorgetrockneten Lehmkuchen nach einem Bauplan gestapelt. Die ausgelassenen Kanäle wurden mit Kohle gefüllt. Das Feuer frass sich im Laufe mehrerer Tage von unten nach oben durch diesen Feldbrandofen. Steine aus der Mitte oder vom Rand des Ofens waren abhängig von ihrer Lage unterschiedlich hart gebrannt. Deshalb wurden sie vom Maurer unterschiedlich verbaut: Harte Steine für die Außenhaut, weiche und luftgetrocknete Sonnebäcker für das innere Mauerwerk. Im 19. Jahrhundert wurden die Feldbrandöfen durch gemauerte Ringöfen mit ovalem Grundriss abgelöst.


Zimmerleute

Auch Carpe, Mühlarzt, Schopper (Schiffszimmermann).

Häuser aus Fachwerk wurden bis zum 18. Jahrhundert von Zimmerleuten errichtet. Der Bau von Mühlen und deren Reparatur (Mühlarzt), der Ausbau von Stollen im Bergbau, und als spezieller Bereich die Schiffszimmerei. Der Bau hölzerner Brücken gehörte ebenfalls zur Arbeit des Zimmermannes.

Beim Hausbau wurde der Dachstuhl auf das hölzerne Ständerwerk aufgesetzt. Das Geflecht zwischen den Gefachen wurde vom Kleiber mit Lehm oder gehäckseltem Stroh bestrichen. Durch den zunehmenden Steinbau begann dieser Beruf im 17. Jahrhundert auszusterben.

Die Baumstämme wurden auf der Baustelle mit Äxten und Beilen bearbeitet. Aus dem runden Querschnitt wurde ein rechteckiger. Bundbalken, Dachsparren und Schwellen entstanden durch Hauen und Sägen. Die Einhaltung der Masse wurde mittels Zirkel und Bandmass kontrolliert.

Ohne die Beschäftigung von Lehrlingen und Gesellen war die schwere Arbeit nicht ausführbar. Die Größe der Betriebe war meist begrenzt. In Nürnberg durften ab 1535 nur 2 Lehrjungen ausgebildet und 10 Gesellen beschäftigt werden. Im 18. Jahrhundert wurden 25 bis 30 Gesellen angestellt, von denen nur sehr wenige das Meisterrecht erwerben durften. Das Eintrittsalter war wegen der schweren Arbeit deutlich höher als bei anderen Handwerken. Die Lehre dauerte 2 bis 3 Jahre, die Wanderschaft war zur Erlangung des Meistertitels unerlässlich. Arbeitszeit und Einkommen verhielten sich wie beim Maurer. Durch den Einsatz neuer Baustoffe wie Stahl und Beton gab es nach 1900 für den Zimmermann weniger zu tun.

Zimmermann

 

 

 

 

 

Zinngiesser

Auch
Kandelgiesser, Kannengiesser, Tinnegeter, Zinner.

Zinn ist seit der Bronzezeit bekannt, und seit dem frühen Mittelater wurden Geschirr für den Adel und das reiche Bürgertum sowie Geräte für den kirchlichen Gebrauch aus Zinn hergestellt. Durch den Zusatz von Antimon, Blei und Kupfer wurde Zinn gussfähig gemacht. Das Verhältnis 1 Pfund Blei auf 10 Pfund Zinn als Nürnberger Probe wurde vor 1300 für alle Zinngießer verbindlich festgelegt.

Jeder Hersteller konnte durch die Markenpflicht ermittelt und bei unrechtmässigen Legierungen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Erzeugnisse trugen 3 Stempel: Stadtmarke, Meistermarke und Qualitätsmarke. Die freien Reichsstädte gehörten keinem Verband an und legten selbständig ihre Ordnungen fest.

Lehrlinge wurden nur aufgenommen, wenn sie den Nachweis ihrer ehelichen Geburt erbringen konnten. Die Lehrzeit betrug bis zu 6 Jahren. Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde ein Gesellenstück gefordert. Eine 6-jährige Wanderzeit, die später auf 2 Jahre verkürzt wurde, war obligatorisch.

Es gab viele regionale Besonderheiten: In Friesland bestand das Gesellenstück aus einem Teetopf. Eine Schale genügte 1375 in Hamburg als Meisterstück. Regensburg forderte seit 1517 Schenkkanne, Schüssel und Giessfass, ebenso Augsburg ab 1589. Breslau und Dresden verlangten sogar 4 Meisterstücke.

Die Arbeitsgänge haben sich über Jahrhunderte nicht verändert: Flüssiges Zinn wurde in Formen aus Sandstein, später Messing und auch Gusseisen gefüllt. Bei komplizierten Stücken wurden die Einzelteile verlötet. im 19. Jahrhundert verdrängte Hausrat aus Porzellan und Steingut das Zinn aus den Häusern.


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