Waffenschmied
Etwa 1500 vor Christus hatte sich die Bearbeitung des Eisens gegen die Bronze durchgesetzt, und
seit dem hören wir von Waffenschmieden. Bereits im 10. Jahrhundert haben die Schmiedemeister ihre Namen auf
Schwertklingen eingeschlagen. Zu den Herstellern von Waffen gehörten Plattner (oder Planner) und Panzerschmiede
(Harnischmacher), Eisenhuter, die Helme, Pickel und Sturmhauben angefertigt haben. Halsberger fertigten den Teil der
Rüstung, welcher den Hals schützte, Etzmaler (Eisenätzer für Rüstungen). Rinker stellten Kettenpanzer her. Sporer,
Klingner als Schwert- und Degenschmiede, Schwertfeger, Kreuzschmiede für Griffe, und Büchsenmacher.
Das im Urzustand in Form von Barren und Luppen relativ weiche Eisen wurde erst beim Schmiedevorgang durch Zugabe von Kohlenstoff zu Stahl. Durch Glühen und Hämmern wurde
die Dichte der Klinge, Festigkeit und Elastizität erhöht. Der erhitzte Stahl wurde in kaltes Wasser,
Blut, Talg oder Urin getaucht. Je nach Art der Flüssigkeit und der Dauer des Abschreckens wurde
die Qualität bestimmt.
Nach dem 30jährigen Krieg ging die Herstellung von Blankwaffen zurück. Gleichzeitig nahm
die Produktion von Messern einen Aufschwung, da die Erzeugnisse bis nach Amerika, Afrika
und Indonesien exportiert wurden.
Weber
Weber wurden nach dem von ihnen hergestellten Produkt bezeichnet:
Barchentweber (Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle), Bettziechenweber, Bürenweber, Züchner (Bettlaken), Brettchenweber (Bortenweber zur Kleiderverzierung), Brokatmacher (Seidenweber), Caffamacher (Samtweber), Dickenweber (besondere Tuchart), Dirredeier (Tirtei besteht zu gleichen Teilen aus Hanf und Wolle), Dreyerweber (besonderes Tuch), Drillichweber (Leinenart), Giganweber (Schürzen), Kalamanymacher (Kammgarngewebe), Kirseymacher (starker Wollmantelstoff), Kotzweber (grober Wollstoff), Leineweber, Linner, Linwetter (Leinen), Loder, Lodweber, Marner, Stückweber (Loden), Nufeler (einfacher, grober Stoff), Ochsenweber (schweres Tuch), Parchner (Barchent), Roscher (Wolle, Rosch), Sargenweber, Sergenweber (feine Wolle), Sayenmacher (Wollstoff aus Brügge), Seitzweber, Zitzweber (Kattun = Zitz), Teppichweber (Teppich), Traubenweber (besonderes Tuch), Trippmacher (Leinen mit Wollflor), Viererweber (besonderes Tuch), Wobber (graues Wolltuch), Wandmacher, Wollenweber, Grautucher (Wollstoffe), Zachweber, Zauer, Zöwerer (Tuch und Zeug), Zwillichmacher, Zwirner (Garn).
Bereits 1099 werden Weber in Mainz erwähnt, 1307 finden wir sie in Breslau als Zunft. Leineweberei blieb ein ländliches Gewerbe, und die Woll- und Tuchweberei entwickelte sich zu einem städtischen Handwerk. Die Lehrzeit betrug 2 bis 4 Jahre, und es bestand eine Wanderpflicht von 1 bis 2 Jahren für die Gesellen. Ein Meisterstück wurde erst ab 1555 in Augsburg verlangt, in Strassburg ab 1627 und in Bremen erst ab 1704. Um 1500 wurde Hanf nur noch für Säcke und grobes Zeug verwendet. Flachs wurde vom Bauer angebaut, die Aufbereitung und das Verspinnen war in der Regel Frauenarbeit, wobei meist im Winter gewebt wurde. Städtische Weber kauften ihre Rohstoffe auf dem Flachsmarkt, Garn wurde vom Kauderer bezogen.
Schafswolle wurde gesäubert, gebrüht und gleichmässig mit Fett durchfeuchtet. Dann erfolgte das Kämmen mit dem Krämpel als Vorbereitung zum Spinnen. Dann erst begann die Arbeit des Webers mit dem Zurichten und Scheren der Kette. Die gewebten Tuche wurden in warmem Wasser gewalkt, um das Gewebe zu verfilzen und eine höhere Festigkeit zu erzielen. Bessere Tuche kamen zum Tuchscherer zum Appretieren oder wurden vom Bleicher bearbeitet.
Im 19. Jahrhundert fand Maschinengarn Verwendung, und die Preise verfielen. Die Weberei wurde durch Kaufleute als Lohnarbeit organisiert. Der Flachsanbau wurde bis 1900 eingestellt, und einfache Handwebstühle durch die Industrieproduktion ersetzt.
Winzer
Auch Kalterer, Kelterer, Rebmann, Weingärtner, Weinzierl.
Im alten Ägypten wurde bereits 3500 vor Christus Weinbau betrieben. Durch die Griechen wurde der Weinanbau in die Regionen um das Mittelmeer gebracht und kam durch die Römer bis an Rhein und Mosel. Mit der Verbreitung des Christentums haben Benediktinermönche den Messweinbedarf sichergestellt, und wir finden sogar in Litauen und Skandinavien Anbaugebiete.
Wein wird durch alkoholische Gärung aus Traubensaft gewonnen. Zuerst werden die Trauben durch Treten mit den Füssen und später in Pressen zerquetscht, um anschliessend die Maische zu entsaften. Dann wird der Most (Saft) mit Zusatzstoffen zur Gärung eingelagert. Durch Zusatz von Hefe setzt die Gärung spontan ein, und der in den Trauben enthaltene Zucker wird zu Alkohol umgesetzt.
Der Böttcher lieferte die Holzfässer für Lagerung und Transport des Weines. An den fürstlichen Höfen und in den Klöstern war der Weinverbrauch immens hoch.
(1 Fuder = 990 Liter, 1 Stück = 1200 Liter)
Wirt
Auch Gastgeber, Gasthalter (Gastwirt für Getränke und Speisen), Bierschenk, Gassenwirt, Kretschmer, Krüger, Leitgeb (Dorfwirt), Schenker, Tabagist, Taferner, Taverner, Weinschenk (nur Getränke).
Im Mittelalter finden wir Gasthäuser auf dem Land und in den Städten. Abhängig vom erworbenen Privileg durften Getränke ausgeschenkt, Speisen angeboten oder in Herbergen Quartiere zur Übernachtung bereitgestellt werden. Die erteilten Konzessionen konnte auf den Betreiber (Personenrecht), direkte Nachkommen (Erbrecht) lauten oder mit dem Gebäude verbunden sein (Realrecht). Gelegentlich finden sich Zünfte in größeren Städten.
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