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Maurer

Alle am Bau der Kirchen beteiligten Handwerker waren in mittelalterlichen Bauhütten vereinigt, bis die Entwicklung von Spezialberufen einsetzte: Baumeister, Steinmetz und Zimmerleute. Im 14. Jahrhundert trennten sich Maurer und Steinmetze. In den Städten setzte sich mehr und mehr der Bau von Bürgerhäusern aus Hausteinen durch. In den Küstengebieten kam der Einsatz der Ziegler in Gebrauch.

Ursprünglich wurde nur das Erdgeschoss, später auch die erste Etage aus Stein gemauert. Die oberen Stockwerke wurden als Fachwerk von Zimmerleuten errichtet. Einst gehörten auch Dachdecken und Tünchen zu den Aufgaben des Maurers, bis Dachdecker und Maler selbständige Zünfte bildeten. Anspruchsvolle Gipsarbeiten wurden seit dem 17. Jahrhundert von Stukkateuren, vor allem aus Italien und Tirol, ausgeführt.

Maurer

 

Von Dezember bis Januar gab es kaum Arbeit und Lohn, in den Monaten Februar, März, Oktober und November mässige Aufträge und Einkommen. Die meiste Arbeit und vollen Lohn gab es von April bis Oktober. Im Sommer begann die Arbeit um 4 Uhr morgens und endete abends gegen 18 Uhr. Die Meister hatten mehrere Lehrlinge, Gesellen und zahlreiche Hilfskräfte als Tagelöhner oder Handlanger: Kalklöscher, Mörtelrührer, Sandschipper, Steinschlepper, Wasserträger, Windeknechte. Die Lehrlinge wohnten im Gegensatz zu anderen Handwerken nicht bei ihrem Meister, wegen der großen Zahl von Beschäftigten musste anderweitig eine Unterkunft gesucht werden. Von den Zünften wurden Beschränkungen erlassen, und so blieb das Meisterrecht meist den Meistersöhnen vorbehalten.

Metzger

AuchFleischer, Fleischhacker, Fleischhauer, Knochenhauer, Metzeler, Schlachter, Wurstler.

Anfangs betrug die Lehrzeit 2 bis 3 Jahre, wurde später auf 4 bis 5 Jahre verlängert. Die Wanderzeit für Gesellen entfiel, da sich der Nachwuchs nur noch aus den Reihen der Meistersöhne rekrutierte. Als Meisterstück musste ein Kalb, Rind, Schaf oder Schwein geschlachtet und fachgerecht zerlegt werden. Der Geselle musste das Fleisch auf seinen Zustand prüfen und das Gewicht richtig einschätzen.

Das Schlachtvieh wurde beim Bauer in der Nähe oder auf städtischen Viehmärkten gekauft. Bereits im 14. Jahrhundert war in manchen Regionen die Nachfrage größer als das Angebot, und so wurde in Dänemark und Osteuropa Fleisch zugekauft. Die auf den langen Wegen erschöpften Tiere wurden vor der Stadt auf zunfteigenen Weideflächen wieder aufgemästet, und erst dann geschlachtet. Später übernahmen die Viehhändler den Transport und Verkauf der Tiere. Manche Aufgaben im Schlachthaus wurden von Spezialisten übernommen: Füßler, Kütter und Wämsler. Zum Wurstmachen wurden auch Frauen herangezogen.

Die Tierhäute wurden an benachbarte Gerber, die Hörner an Kammacher und Knopfmacher verkauft. Talg wurde an die Seifensieder zur Kerzenherstellung geliefert. Beim Schlachten von Ochsen entfiel etwa 25 % des Erlöses auf den Verkauf von Häuten, Horn, Innereien und Talg.

Neben den frischen Fleisch- und Wurstwaren wurde auch mit gepökeltem oder geräuchertem Speck und Dörrfleisch sowie mit Kerzen aus eigener Produktion gehandelt.

Müller

Auch
Müllner.

Kleine Hand- und Tretmühlen wurden durch menschliche Kraft mittels Kurbel oder Tretrad angetrieben. Tiermühlen oder Göpel wurden durch Esel, Ochsen oder Pferde in Gang gehalten. Bei den Wassermühlen unterschied man in oberschlächtige und unterschlächtige, je nach Zuführung des Wasser: Von oben auf das Mühlrad, oder von unten durch die Fließkraft. Zu dieser Gruppe gehörten auch die Schiffsmühlen, die im Fluß verankert werden konnten. Im Norden und Westen Europas kamen im 12. Jahrhundert Windmühlen auf. Bei diesen wurde entweder das ganze Mühlengehäuse (Bockwindmühle) oder nur das Dach mit den Flügeln (Holländermühle) in den Wind gedreht.

Immer wurde das Korn auf einer Bodenplatte durch einen Reibstein gemahlen. Beide Steine sind mit Furchen versehen, wodurch die Körner vermahlen und nach aussen transportiert werden. Beim Sieben und Sichten werden Mehl und Kleie getrennt. Feineres Mehl wird durch mehrmaliges Mahlen erzielt. Landes- und Grundherren entschieden im Mittelalter über Mühlenbauten. Die Müller wurden meist in Erbpacht eingesetzt. Bis zur Aufhebung des Mühlenzwanges waren die Bauern verpflichtet, ihr Korn in den Bannmühlen der Umgebung mahlen zu lassen. Die Abgaben wurden in Form von Mehl an den Eigentümer und Müller entrichtet.

Die Ausbildung dauerte seit dem 13. Jahrhundert 2 bis 3 Jahre. Die Gesellenzeit mit Wanderzwang war ebenso lang. Wegen der Begrenzung der Mühlenzahl übernahmen meist Meistersöhne die Mühle. Manche Gesellen blieben ein Leben lang Knecht. Seine Aufgabe als erster Knappe (Bescheider) bestand darin, das gehende Zeug in Ordnung zu halten, und das Mahlgut ordnungsgemäss anzunehmen und auszugeben.

Es war Aufgabe des Müllers, die Mühle sauber und gangbar zu halten, Mühlsteine nachzuschärfen und nötige Reparaturen auszuführen. Das erforderte technische Kenntnisse, und handwerkliche Fähigkeiten als Zimmermann. Auch war es dem Müller gestattet, Schweine mit der anfallenden Kleie zu mästen.

Münzer

Auch
Münzmeister, Wardein.

Kaisern und Königen stand das Recht zu, Geldmünzen zu prägen. Die Münzen wurden aus legiertem Gold, Silber, Kupfer oder einer Münzlegierung gefertigt.Das Rohmaterial wurde in Barren angeliefert. Beim Schmelzen wurde die vorgeschriebene Legierung hergestellt, in Platten gegossen und ausgewalzt. Die Münzen wurden mit dem Prägestempel ausgeschlagen, und durch Feilen auf das festgelegte Gewicht gebracht. So entstanden Gulden (Florin) und Taler, Albus und Kreuzer, Heller und Batzen, Groschen und Pfennige.

Musikanten

Auch
Aufspieler, Spielleute.

Musikanten unterhielten die Gäste des Hofes oder zogen umher. Seit dem 15. Jahrhundert entstanden in vielen Städten Gilden der Stadtpfeifer oder Kunstpfeiffer. Sie allein hatten das Privileg der Obrigkeit, bei öffentlichen Festen, Hochzeiten und Taufen aufspielen zu dürfen. Jeder Interessent, der Gildenmitglied werden wollte, musste sich vom Stadtmusikus als Lehrling aufdingen und nach der Lehrzeit ordentlich lossprechen lassen.

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