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Kammacher

Auch Grämpelmacher, Grempelmacher, Kammenscherper, Kammenschmied, Kampelmacher, Strählmacher, Streler, Strelmacher.

Aus dem Horn, das vom Abdecker, Metzger oder Gerber bezogen wurde, fertigten sie mit Säge, Messer und Feile folgende Produkte: Schmuckkämme für Damen, Grämpel oder Strähle für Wollkämmer und Pulverhörner. Einfache Kämme wurden aus Holz und Horn hergestellt, Luxuskämme entstanden aus Elfenbein und Schildplatt.

Im 17. Jahrhundert wurden die Frisuren immer aufwändiger, und das heimische Horn entsprach nicht mehr den Qualitätsanforderungen. Die Kammacher importierten Ochsenhorn aus Brasilien, England, Russland und der Türkei. Sie verkauften ihre Ware in eigenen Läden, und Krämer boten Kämme auf Jahrmärkten an, und Hausierer sorgten für zusätzlichen Absatz, bis im 19. Jahrhundert das Horn erst durch billigeren Kautschuk und später durch das Celluloid verdrängt wurde, wobei Maschinenproduktion die handwerkliche Arbeit ersetzte.

Kaufleute und Krämer
Kaufleute
Zunftwappen








Auch Däntler, Höker, Knapsack (Trödler, Hausierer), Drogist, Krudener, Materialist (Drogen- und Spezereihändler, Gewürzkrämer), Fragner (Krämer oder Kleinhändler), Kauwarz (Geldverleiher, Wucherer), Negociant (Unterhändler), Olitätenkrämer (Öl- und Arzneimittelhändler), Theriakhändler (Salben- und Balsamverkäufer) genannt.

Der Handel mit Gütern aller Art lag in den Händen von Kaufleuten, die sich seit dem 11. Jahrhundert zu gemeinsamen Fahrten (Hanse) und Gilden zusammenschlossen. Kaufleute saßen im Rat der Städte, kontrollierten den Handel, bestimmten maßgebend die Politik und genossen zahlreiche Vorrechte.

Im 13. Jahrhundert entstand die Hanse, eine Vereinigung Hamburger und Lübecker Kaufleute. Die Hanse entwickelte eine reiche Städtekultur, vereinigte die Länder an Nord- und Ostsee zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum. Zu diesem Bund gehörten bis zu 80 deutsche Städte: Breslau, Danzig, Dortmund, Elbing, Göttingen, Hamburg, Hildesheim, Köln, Krakau, Reval und Riga. 1604 bestand die Hanse nur noch aus 14 Städten, und der dreißigjährige Krieg (1618-1648) brachte das Ende. Bremen, Lübeck und Hamburg schlossen 1630 einen engeren Bund und bewahrten die Traditionen der Hanse.
Zum Stand der Kaufmänner bzw. Krämer zählten auch Fuhrleute, Bestätter, Druckenlader (Spediteure trockener Handelsware), Frachter, Hauderer und Henzler (Lohnfuhrleute) und Karcher (Karrenfuhrmann) sowie alle möglichen Händler, Trödler und Hausierer.

Die Detaillisten (Kleinhändler) hatten im Gegegensatz zu den Grossisten (Großkaufleute) keinen Anspruch auf die Bezeichnung Kaufmann und schlossen sich meist in zunftähnlichen Innungen zusammen. Der Beitritt war erst nach Durchlaufen einer Lehr- und Gesellenzeit möglich. Der Handel in den Städten war ausschließlich diesen Zunftmitgliedern vorbehalten. Hausierer, die ihre Waren auf Jahrmärkten anboten und durch das Land zogen, waren dagegen nicht organisiert.

Juden lebten in Deutschland seit dem frühen Mittelalter und gingen allen möglichen Berufen nach. Durch die Fürsten wurde ihnen Handelsfreiheit gewährt, und sie durften Grundbesitz erwerben. Im 12. Jahrhundert, zur Zeit der Kreuzzüge, stellte der Kaiser die Juden unter seinen Schutz, und verlangte dafür von ihnen immer höhere Abgaben. Diesen Schutzjuden wurden Ghettos (Wohnviertel) in den Städten zugewiesen. Ihre Freizügigkeit wurde begrenzt (sie waren vom städtischen Bürgerrecht, allen Ehrenämtern, Handwerken und Landbesitz ausgeschlossen), mit vielen Steuern belastet und durch sichtbare Abzeichen an der Kleidung immer wieder Verfolgung ausgesetzt. Auf Reisen waren sie nur sicher, wenn sie Schutzbriefe erkauft und Zölle entrichtet hatten. Seit dem 13. Jahrhundert blieb ihr Wirkungsbereich auf den Kleinhandel mit Vieh und Getreide sowie auf Geldwechsel und Geldverleih gegen Zins beschränkt.

Kerzenmacher

Auch Kerzengießer, Kerzenzieher, Lichtermacher, Lichterzieher, Wachszelter, Wachszieher.

Wachskerzen wurden in Klosterwerkstätten von Mönchen hergestellt. Später haben auch Küster Kerzen aus Bienenwachs angefertigt. Seit dem 12. Jahrhundert übernahmen Wachszelter (bürgerlicher Handwerker) diese Arbeit. Preiswerte Kerzen aus Talg für normale Haushalte wurden von Metzger und Seifensieder hergestellt.

Laternenmacher

Oft wurden Kerzen von Frauen in Lohnarbeit gefertigt. Die Ausbildung der Wachszelter dagegen dauerte 3 bis 4 Jahre und war mit hohem Lehrgeld verbunden. Im Anschluss folgte eine Wanderzeit von 2 bis 3 Jahren. Dann konnte der Geselle die Meisterprüfung ablegen.

Honig als Rohstoff des Wachszelters wurde in der Zeidlerei (Waldbienenzucht) vom Zedeleinnehmer eingesammelt oder war aus einheimischer Produktion des Imke's reichlich vorhanden. Der Wachsbedarf konnte nur durch Importe aus Polen und Russland gedeckt werden.

Wachskerzen waren relativ teuer und fanden im kirchlichen Gebrauch und bei Hofe Verwendung, da sie ohne lästigen Qualm und mit angenehmem Geruch vebrannten. Modelle für aus Wachs gegossene Motive wurden vom Formschneider bezogen. Ein ausgeprägtes Talent erforderte das freihändige Modellieren von lebensechten Portraits. Auch fand Wachs in der Siegelherstellung Verwendung, wobei zur besseren Härtung Kreide, Ton, Harz oder Terpentinöl beigemischt wurde.


Koch und Köchin

Im Bürgerhaushalt des Mittelalters war die Hausfrau für das leibliche Wohl der Familie zuständig. In den Klöstern stand der Bruder Koch der Küche vor. Nur kirchliche und weltliche Fürsten konnten sich einen Koch, Küchenknechte und Mägde leisten. Auf Märkten versorgten Garköche die Besucher.

Gebraten und gekocht wurde auf dem offenen Feuer, auf dem Rost mit Spießen. Auch wurden eiserne Pfannen und Kessel benutzt.

Auf dem Speiseplan finden wir Haustiere, Geflügel und Wild (auch Bär, Biber, Dachs, Igel und Otter), viele Arten von Fisch, Eierspeisen und Pilze, Gemüsebrei, Obst, Käse und Honig. Dazu gab es Brot, Butter oder Schmalz. Salz und heimische Kräuter wurden zum Würzen benutzt. Als Getränke dienten vor allem Bier, Branntwein, Met und Wein.

Auf der Tafel fanden nur Messer Verwendung, gegessen wurde mit den Fingern. Löffel und Gabel kamen erst im 16. Jahrhundert in Gebrauch. Gemüse wurde als Mus bereitet und wie Suppen oder Saucen mit Brot oder Fladen aufgetunkt. Der Fürschneider tranchierte Fleisch (Geflügel, Ochsen, Schwein, Wild) portionsgerecht für den Teller. Mundschenk und Kellermeister waren für die Getränke zuständig. Ein herrschaftliches Menü bestand aus bis zu 20 Gängen.

Kupferschmied

Auch Gelbschmied, Kesselschmied, Kessler, Messingschmied, Rotschmied, Werkstätter.

Lange bevor Eisen verarbeitet wurde, haben die Menschen Gegenstände aus Kupfer hergestellt. Durch die Zugabe von Zinn legierte Kupfer zu Bronze, durch die Beimengung von Zinkspat wurde das weiche Material gehärtet. Der Schmied bezog seine Rohprodukte als Bleche, Platten, Scheiben und Tafeln von größeren Hammerkupferschmieden.

Zu seiner Produktpalette gehörten viele kleine Haushaltsgeräte: Backformen, Becher, Becken, Flaschen, Gießkannen, Kannen, Knöpfe, Lampen, Leuchter, Pfannen, Töpfe, Trichter, Siebe, Waschbecken und Wasserbehälter. Da auch Turmspitzen und Wasserspeier sowie Dachrinnen und Verkleidungen aus Kupferblech angefertigt wurden, standen sie in Konkurrenz zu den Klempnern und Dackdeckern.

Auf einem Amboss wurde das Blech mit dem Holz- oder Eisenhammer kalt geschlagen, gedengelt und getrieben. Die Einzelteile wurde durch Nieten, Falzen oder Löten zusammengefügt und zur Verschönerung poliert. Einige Produkte wurden verzinnt, um die Bildung von Grünspan zu verhindern.

Eine Lehrzeit von 2 bis 3 Jahren war vorgeschrieben, es war eine Wanderzeit von 3 bis 4 Jahren nachzuweisen. Nach weiteren 3 Jahren Arbeit in 1 oder 2 Werkstätten konnte die Meisterprüfung abgelegt werden, wobei meist 3 unterschiedliche Gefäße gefordert wurden.

 


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