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Hebamme

Auch Wehemutter, Weißfrau

Die Hebamme ist die wichtigste Person bei Hausgeburten. Sie war den Pfarrern unterstellt und für den Bereich eines Kirchspieles zuständig. Sie musste verheiratet und bei einer erfahrenen Hebamme in die Lehre gegangen sein, sie brauchte aber keine Prüfung abzulegen.

Neben der Geburtshilfe hatte die Hebamme Auskünfte über die Eltern einzuholen. Uneheliche Geburten mussten ebenso wie der Verdacht auf Kindestötung angezeigt werden. Bei Verhinderung des Pfarrers waren auch geistliche Dienste, wie zum Beispiel Nottaufen, zu leisten.

Während des 18. Jahrhunderts konnten Wundärzte nach zusätzlicher Ausbildung als Geburtshelfer approbiert werden. Sie machten sich das bisher den Frauen vorbehaltene Gebiet zu eigen und entwickelten chirurgische und geburtshilfliche Techniken. Auch heute verzichten Ärzte nicht auf die Hilfe erfahrener Hebammen.


Heftelmacher

Auch Gufener, Heftleinmacher, Nadelmacher, Noldener, Nuldener und Spener (Stecknadelmacher)

Nadler fertigten in vielen großen Städten nicht nur Näh-, Heft- und Stecknadeln für Hausfrauen und Schneider, sondern auch Spezialnadeln für andere Handwerksberufe: Bader und Barbiere, Beutler, Handschuhmacher und Nestler, Sattler und Schuster. Daneben produzierten sie auch Haken, Ketten, Ösen, Schnallen, Fliegenfenster, Vogelbauer und dergleichen.

Nähnadeln stellte man aus Eisen- und Stahldraht her, Stecknadeln vorwiegend aus Messingdraht. In einem speziellen Ausglühverfahren wurden die Nadeln gehärtet und erhielten eine gewisse Elastizität. Durch Beizen und Scheuern wurde die Oberfläche geglättet. Seit 1804 wurden Nadeln in Großbetrieben hergestellt.

Hirten

Hirten wurden auf Zeit angestellt und bezahlt. Sie bekamen kleine gemeindeeigene Häuser oder Hütten zugewiesen. Da sie viel umherzogen, lassen sich Herkunft und Abstammung oft nur mühsam erschließen.

In den Kirchenbüchern sind sie meist mit der lateinischen Berufsbezeichnung zu finden: pecuarius (Hirte), bergarius oder pastor ovium (Schafhirt), bublucus (Kuhhirt), opilio (Ziegenhirt), porcarius oder subulcus (Schweinehirt). Gänse und anderes Federvieh wurde von der Dorfjugend gehütet.

Der Besitz von Pferden blieb lange Zeit Rittern und Adeligen vorbehalten. Die Tiere wurden von Stallknechten gepflegt und gehütet.

Hüter
Hutmacher
Zunftwappen

Auch Filter, Filzer, Hutaufstutzer, Hutmacher, Hüter, Huter, Hutschmucker, Loderer, Modist, Putzmacher

Filzermeister werden seit dem 14. Jahrhundert erwähnt. Huter sind aus dem Handwerk der Weber hervorgegangen. 2 bis 3 Jahre Lehrzeit und ebenso viele Jahre für die Wanderschaft waren dem Gesellen vorgeschrieben.
Als Rohstoffe dienten Wolle, Hasen-, Kaninchen-, Otter- und Biberhaar. Das im Scheidewasser enthaltene Quecksilber und Arsen führte zu typischen Berufserkrankungen wie Gliederzittern und Lähmungen. Der Fachbogen wurde zum Schwingen gebracht, wodurch die Haare aufgewirbelt wurden. Durchgepeitscht bildeten die Haare eine flaumige Schicht, die durch Druck einen ersten Zusammenhalt bekam. Diese Masse wurde in eine dreieckige Form gebracht und weiter verdichtet, bis das eigentliche Filzen durch Feuchtigkeit, Wärme und Druck erfolgte. Durch Walken, Rollen und Bürsten wurde aus diesem Stumpen ein Hut geformt, der nun mehrfach gefärbt und getrocknet, nochmals gekocht und rein gestrichen, durch Leim gesteift und wasserdicht gemacht, wieder getrocknet, gebügelt und gebürstet wurde. Nun konnte das Futter eingenäht, die Krempe gesäumt und der Hut mit Bändern oder Federn gestaltet werden.

Putzmacher und Modisten fertigten für Damen feine Hüte aus Seide oder Tuch. Auch staffierten sie gewöhnliche Hüte mit Bändern und Federn aus.

Hufschmied

Auch Pferdeschmied

Neben dem Hufbeschlag hat der Hufschmied auch Beile, Sensen, Sicheln, Äxte und grobes Eisenzeug hergestellt. Er zählt neben dem Waffenschmied zu den ältesten Vertretern dieses Handwerks. Die Lehrzeit betrug 2 bis 3 Jahre, es bestand kein Wanderzwang.

In Zentraleuropa erlebten Hufeisen vermutlich im 9. Jahrhundert eine Renaissance. Sie wurden aus Stahl geschmiedet. Das Flacheisen wurde auf dem Amboss geformt. Für eine Tonne Schmiedeeisen wurden etwa 6 Tonnen Holzkohle benötigt, die der Schmied selbst herstellte oder vom Köhler bezog.

Noch heute benutzt der Hufschmied die Nietklinge, um die Nägel an der äußeren Hufwand aufzunieten. Mit dem Rinnmesser wird weicheres Horn beschnitten. Nach der Entfernung der harten Hornteile mit Hauklinge und Holzschlegel wird das Hufeisen angepasst. Die Hufnägel besitzen einen rechteckigen Kopf und werden mittels Beschlaghammer eingetrieben.

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Hufschmied