Seit dem 16. Jahrhundert fand Leim bei der Verbindung von Holzteilen Verwendung, und so konnten sichtbare Nagelungen oder Keile entfallen. Dies war besonders bei der Verarbeitung von Edelhölzern wichtig, wo dünne und teure Furniere auf preiswertes Unterholz geleimt wurden.
Im 17. Jahrhundert etablierte sich das Hofhandwerk, das von den Fürsten mit genügend Geld ausgestattet wurde, um nach italienischem Vorbild höchsten Ansprüchen zu genügen. Der städtische Meister musste zwar die gleichen Fertigkeiten wie sein am Hofe tätiger Kollege beherrschen, fand aber nur sehr selten zahlungskräftige Auftraggeber. So hat er meist einfache Gebrauchsmöbel hergestellt, die ein Durchschnittsbürger bezahlen konnte.
Die Meister auf dem Land schufen im 18. Jahrhundert eigene, stark regional geprägte Möbelstile. Dennoch galt für Stadt und Land die gleiche Ausbildungsdauer von 8 Jahren. Dann hatte der Geselle sein Meisterstück in einer festgelegten Frist nach eigenem Riss (massstabsgerechter Entwurf) anzufertigen.
Das benötigte Holz hat der Schreiner selbst beschafft und Stämme, Bohlen und Bretter mit Axt, Beil und Säge eigenhändig bearbeitet. Neben Möbeln und Vertäfelungen (Wandvertäfelungen wurden oft mit integrierten Schränken ausgeführt) fertigte er auch Türen und Fensterrahmen an, und trat so in Konkurrenz zum Zimmermann.
Zu den typischen Werkzeugen gehören Hobel, Zirkel und WInkeleisen, Sägen, Bohrer, Feilen, verschieden Hämmer, Zangen und Schraubenzieher. Am Ende des 19. Jahrhunderts jedoch wurde die mühselige Handarbeit durch Maschinen abgelöst, die zunächst mit Dampf und später elektrisch angetrieben wurden. So kam es , dass Schreiner wieder als Zimmerleute im Außen- und Innenausbau tätig wurden.
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