
Der Rosenkranz heißt auch Paternoster, weil das Gebet Paternoster („Vater Unser“) das Erste den Christen allgemein bekannte Gebet war. Bereits im frühen Mittelalter galt die Gebetswiederholung als besondere Frömmigkeitsübung. Als Zählhilfe benutzte man eine Perlenschnur oder Knotenschnur, die wie die Gebete, Paternoster genannt wurde.
Unter Rosenkranz verstand man zuerst im wörtlichen Sinne ein Blumengebinde aus Rosen, zum
Schmücken der Marienstatue bei der Marienverehrung in der Kirche.
Ein Gebetszählinstrument ist bereits bei dem nordafrikanischen Eremiten Paulus von Theben im 4. Jahrhundert zufinden. Er hatte 300 Steinchen in seinem Gewand, von denen er nach jedem verrichteten Gebet eines wegwarf, damit er sich nicht verzählte. Ein weiterer Nachweis einer Schnur mit Steinen für die Zählung von Gebeten stammt aus dem Jahr 1041 (Testament Godiva, eng. Adeligen im Laienstand). Einer Legende nach, soll im Jahr 1208 der heilige Dominikus bei einer Marienerscheinung die heutige Form des Rosenkranzes empfangen und in seinem Orden eingeführt haben. Ein Beleg für die Entstehung des Rosenkranzes im 13 Jhd. gibt es nicht. Es ist in der Zisterzienserinnenabtei St. Thomas /Trier um 1300 zum Leben Jesu eine Vorform des Rosenkranzes mit 100 Betrachtungen nachgewiesen. In den Klosterkirchen sangen die gebildeten Mönche den Psalter Davids mit dreimal 50 Psalmen. |
![]() Heilige Hedwig von Silesia aus dem Hedwigs Codex Aachenum 1353 |
Fáter unser du in himele bist. Unser tágelicha brôt kíb uns híuto. Amen |
Durch die gesteigerte Marienverehrung wurde im 13. Jh. die Aneinanderreihung von Gebeten vom Paternoster ( 150 „Vater Unser“) auf die gleiche Anzahl 150 „Ave Maria“ ausgeweitet. Der so genannte Marienpsalter wurde insbesondere bei den Zisterziensern und Kartäusern gebetet. Manche Nonnen beteten täglich 1000 bis 2000 „Ave Maria“.
Durch den Kartäusermönch Heinrich von Kalkar (1328-1408) kam die Gewohnheit auf, fünfmal zehn „Ave Maria“ zu beten und jeden Zehnerblock mit einem „Vater Unser“ zu beginnen und einem „Ehre sei dem Vater“ zu beenden.
Die Perlenschnur bestand aus mindestens 10 Perlen. Bei einem längeren Paternoster, kann nach jeder
10 Perle eine Abstandsperle (Zählhilfe) vorhanden sein, die dann mit einer Seidenquaste endet. Die Anzahl der 10 Perlen
symbolisiert Vollkommenheit und Harmonie.
Die heute üblichen Kreuze, sind nach meiner Recherche für das Hochmittelalter nicht belegbar. Die jetzige Form des
geschlossenen Rosenkranzes entstand im Advent 1409.
Die Paternostermacher wurden 1260 in Paris in drei Gilden aufgeteilt.
- Knochen, Horn - Koralle, Perlmutt - Bernstein, Jet -
Außerdem gab es noch die Materialien Holz, Bergkristall und Glas
Der Deutsche Orden, der von Kaiser Friedrich II die Regierung in Preußen erhielt, brachte den Bernstein von der Samlandküste bis Danzig und Lübeck.
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1. Paternosterabfälle, Ausgrabung in Konstanz am Fischmarkt; Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Alltag, Handel und Handwerk 1350-1525"; ISBN 3-7995-0201-7 |
| Paternosterabfälle |
Quellenangaben:
Hedwigs Codex, Aachen, ca. 1353
Urs-Beat Frei, Fredy Bühler,
Der Rosenkranz. Andacht-Geschichte-Kunst, Benteli Verlag,
Bern 2003
Bistum Mainz
Beyers
Helmut Zenz
R.Fiedler
Wickipedia
http://www.therapeutikon.de/Vaterunser
Zusammenfassung wurde erarbeitet von U.Obrath